Der Kiekebuscher Weg in der Presse

Lausitzer Rundschau vom 08.09.2011 >> direkt zum Artikel

Keine Lösung im Streit um die Kiekebuscher Alleebäume

Um den Ausbau des Kiekebuscher Wegs wird seit vielen Jahren in Cottbus gestritten. Foto: Mario Behnke

Cottbus

Neubau, Ausbau oder Sanierung? Rettung, Neupflanzung oder Fällung von Alleebäumen – der Streit um den Kiekebuscher Weg geht ins zwölfte Jahr. Jetzt aber drohen alle Pläne rund um die Strecke zwischen Madlow und Kiekebusch zu scheitern.

Um den Ausbau des Kiekebuscher Wegs wird seit vielen Jahren in Cottbus gestritten. Foto: Mario Behnke

„Es gibt auch noch andere Straßen, die auf ihre Sanierung warten“, sagte Baudezernentin Marietta Tzschoppe (SPD) während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. „Wenn es keine Einigung zwischen Bürgerinitiative und Verwaltung gibt, dann wird eben gar nichts gemacht.“ Dieser resignierte Satz steht am Ende einer Debatte, die seit zwölf Jahren andauert. Damals, im Jahr 1999, startete eine Bürgerinitiative eine Unterschriftensammlung, die die Erneuerung der L 50 und den Bau eines Rad- und Gehweges forderte. Erste Pläne wurden entworfen und wieder verworfen, die Eingemeindung von Kiekebusch im Jahr 2003 und die Übernahme der Straße durch die Stadt Cottbus im Jahr 2006 brachten neue Verzögerungen. „2008 haben wir uns dann für den grundhaften Ausbau der Straße entschieden“, so Marion Adam, zuständige Fachbereichsleiterin. Die damalige Planung sah die Fällung von 49 Alleebäumen vor, die durch 51 neue Bäume ersetzt werden sollten. Das Planfeststellungsverfahren wurde unterbrochen, um mit der Bürgerinitiative eine gemeinsame Planung zu entwickeln: Die Schützer der Alleebäume wollten eine grundhafte Erneuerung der Straße vermeiden und suchten nach Alternativen. Seitdem werden diverse Kompromisslösungen debattiert: Immer neue Straßenbreiten und Trassenführungen sollen möglichst viele Bäume aus dem Altbestand retten und trotzdem zu einem erträglichen Fahrbahnzustand führen. Über zwei der drei Teilabschnitte des Ausbaus konnten Bürgerinitiative und Stadtverwaltung sich schließlich einigen, nur über das Mittelstück der Trasse (Rasenweg bis Mühlgraben) herrscht weiterhin keine Einigkeit.
Durch die geplante Asphaltierung der Straße werden nach Auffassung des Landesumweltamtes Baumwurzeln derart geschädigt, dass das Überleben der Pflanzen nur für wenige Jahre garantiert kann. „Die Stadt möchte dieses Risiko nicht eingehen und lieber von vornherein neue Alleebäume pflanzen“, so Marion Adam. Das wiederum will die Bürgerinitiative weiterhin verhindern – und so scheint eine Lösung des Konfliktes auch nach zwölf Jahren in weiter Ferne. Baudezernentin Marietta Tzschoppe zuckt mit den Achseln. „Wenn wir keine Lösung finden, wird eben gar nicht gebaut.“

Andrea Hilscher

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Lausitzer Rundschau vom 26.03.2011 >> direkt zum Artikel

Stadt sucht weiter Kompromiss für Ausbau des Kiekebuscher Weges

Cottbus Zwischen der Bürgerinitiative zum Erhalt der Alleebäume am Kiekebuscher Weg und der Cottbuser Stadtverwaltung gibt es bislang keine Einigung über den Ausbau der Straße. Darüber informiert Marion Adam, Fachbereichsleiterin Grün- und Verkehrsflächen.

So habe das Rathaus vorgeschlagen, auf der Nordseite der Straße alle Bäume zu erhalten. Auf der Südseite sollten außerhalb der Bebauung neue gepflanzt werden. „Damit wären statt 49 nur noch 13 Fällungen nötig gewesen“, sagt Marion Adam. Doch die Bürgerinitiative lehnte diesen Vorschlag ab, da dadurch der Alleen-Charakter des Kiekebuscher Weges verloren gehen würde. Stattdessen hätten die Anwohner vorgeschlagen, den Rad- und Gehweg auf Privatgrundstücken zu errichten. Damit könnten die Bäume erhalten werden. Denn durch die geplante Verbreiterung der Straße von sechs auf 6,50 Meter müsste die Allee weichen. „Die Grundstücke gehören Mitgliedern der Interessengemeinschaft“, sagt die Baufachfrau. In den kommenden Wochen soll es zu diesem Vorschlag Gespräche geben.

Baudezernentin Marietta Tzschoppe (SPD) lobte das Engagement der Anwohner, zeigte sich aber auch skeptisch: „Durch die Bauarbeiten werden die Bäume keine lange Lebensdauer haben.“

pk

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Lausitzer Rundschau vom 28.04.2010 >> direkt zum Artikel

Streit um Straßenbäume

Siegbert Budischin ärgert sich über Baumfällungen an der Burger Ringchaussee.(Foto: LR; René Wappler)

Cottbus

Gefahr für Autofahrer, Kleinod für Naturschützer: Ein verfaulter Straßenbaum in Burg steht als Symbol für das Spannungsfeld, in dem sich die Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenwesen bewegen.

Siegbert Budischin ärgert sich über Baumfällungen an der Burger Ringchaussee.(Foto: LR; René Wappler)

Da prallen Welten aufeinander. Siegbert Budischin aus Burg redet an einer Kurve der Ringchaussee auf Dirk Wende ein. Der eine, Budischin, sieht sich als Naturschützer, der andere führt einen Auftrag seines Unternehmens aus. Und dieser Auftrag lautet: Ein 18 Meter hoher Ahornbaum, 70 Jahre alt, mit stattlichem Stamm, muss fallen.

,,Wenn der Baum weg ist, fahren die Autos hier aber noch viel schneller", schimpft Budischin. ,,Außerdem haben wir uns enorme Mühe gegeben, ihn zu erhalten - dass er einfach so verschwindet, sehe ich mit Bauchschmerzen."

Doch Dirk Wende sieht keine andere Möglichkeit. ,,Wir haben die Fällgenehmigung im Rahmen der Baumschau erhalten", sagt er. ,,Denn schließlich müssen wir auch für die nötige Verkehrssicherheit sorgen." Er tritt näher an das Gewächs heran, um Siegbert Budischin auf das Problem hinzuweisen: ,,Der Baum hat doch ganz eindeutig Kernfäule", erläutert der Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenwesen. ,,Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn solch ein mächtiger Stamm plötzlich umkippt und auf ein vorbeifahrendes Auto fällt."

Dieses Argument leuchtet Siegbert Budischin ein. Dennoch beharrt er auf dem Naturschutz-Gedanken: ,,Wenn es vernünftige Nachpflanzungen gibt, kann man ja miteinander reden." Tatsächlich, so sagt es Dirk Wende, sei eine Ersatzpflanzung vorgesehen - ob jedoch an gleicher Stelle, dies könne er nicht sagen. Und genau dort liegt für Budischin der Knackpunkt: ,,Hier passieren doch gleich zwei Eingriffe in die Natur", erwidert er. ,,Zum einen zerstören Sie die ästhetisch gelungene Alleengestaltung, zum anderen hat allein dieser Baum Zeit seines Lebens bestimmt um die zehn Tonnen Kohlendioxid vernichtet - das alles sind Bedenken, die Sie nicht einfach vom Tisch wischen können."

Im Gegenzug weist Dirk Wende wiederum auf die Alleenkonzeption des Landes Brandenburg hin, die durchaus auch ästhetische Gesichtspunkte berücksichtigt. So heißt es in diesem Papier: ,,Das Land Brandenburg verfügt bundesweit über den in seiner Dimension und Ausprägung wertvollsten Alleenbestand an öffentlichen Straßen." Die Alleen entspringen demnach einer historischen Tradition und besitzen neben dem kulturhistorischen sowie landschaftlichen und ökologischen Wert auch eine Bedeutung für Verkehrsaspekte. Die Zielstellung für die Jahre 2005 bis 2007, jährlich 5000 Alleebäume zu pflanzen, sei sogar übertroffen worden. Allerdings gibt der Landesbetrieb für Straßenwesen auch zu bedenken: ,,Die Pflanzung von ungefähr 30 Kilometern Alleen an Bundes- und Landesstraßen außerorts stellt eine große Herausforderung dar." Um den dauerhaften Erhalt der Alleen zu gewährleisten, sei ein Gutachten zur Qualitätssicherung von neu gepflanzten Straßenbäumen im Land Brandenburg erstellt worden.

Zu einer klaren Einigung finden die zwei Männer im Widerstreit an diesem Tag nicht - der Baum wird zum Leidwesen von Siegbert Budischin gefällt. ,,Klar", grummelt er. ,,Irgendwann hätte er auch verschwinden müssen - aber noch war er vital genug."

Der Cottbuser Unternehmer Peter Hemmann wird trotz Aufforderung der Stadt die durch ihn selbst gepflanzten Alleebäume am Kiekebuscher Weg nicht wieder entfernen. ,,Ich widersetze mich ausdrücklich der Forderung", so Hemmann, der sich seit Monaten mit einer Bürgerinitiative für den Erhalt der Alleebäume stark macht. ,,Während andere Leute ihren Hund ausführen, wässere ich die neuen Bäume - und habe gute Helfer dabei gefunden", sagt er. Ziviler Ungehorsam finde erhobenen Hauptes statt und brauche weder Öffentlichkeit noch Tageslicht zu scheuen. Mit dem Ersatz der in den Jahren 2008 und 2009 gefällten Alleebäume sei von Seiten der Anlieger die Ersatzbepflanzung geschaffen worden, die die Stadt selbst versäumt habe, argumentiert Hemmann.

Sollte die Stadt auf ihrer Forderung, die Bäume wieder zu beseitigen, beharren, bleibe nur der Rechtsweg, so der Unternehmer. ,,Ich werde mich einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit gutem Gewissen stellen", sagt Hemmann.

Die Verbreiterung der Straße von bisher sechs auf 6,50 Meter lehnt die Bürgerinitiative nach wie vor ab. ,,Die Straße sollte nicht breiter ausgeführt werden als bisher - damit sind auch die Alleebäume zu erhalten", erklärt Peter Hemmann. Ein Rad- und Gehweg könne nördlich der Baumreihe bei Erhalt aller Alleebäume realisiert werden. ,,Die Sanierung der Straße ist willkommen, aber nicht dringlich", sagt Hemmann. ,,Wenn das Geld knapp ist, kann die Straße auch noch warten."

sh

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Lausitzer Rundschau vom 16.04.2010 >> direkt zum Artikel

Unternehmer muss Alleebäume wieder ausgraben

Peter Hemmann muss diese Roteiche am Kiekebuscher Weg wieder entfernen. (Foto: LR; Helbig)

Cottbus

Die vom Cottbuser Unternehmer Peter Hemmann am Kiekebuscher Weg gepflanzten Roteichen (die RUNDSCHAU berichtete) müssen wieder entfernt werden. Dazu hat die Cottbuser Stadtverwaltung den Geschäftsführer des Unternehmens Software & Technologie Glas GmbH aufgefordert.

Peter Hemmann muss diese Roteiche am Kiekebuscher Weg wieder entfernen. (Foto: LR; Helbig)

Zum Firmenjubiläum vor wenigen Tagen hatte Hemmann auf dem Betriebsgelände neue Bäume gepflanzt und gleich noch zwei Alleebäume mitbestellt. Diese beiden Bäume waren durch ihn an denselben Stellen eingesetzt worden, an denen in den vergangenen beiden Jahren mit dem Rückbau der Alleebepflanzung begonnen worden ist. „Diese beseitigten Bäume zu ersetzen, wäre Aufgabe der Stadt gewesen“, so Hemmann. Die Initiative der Anlieger sei als Signal zu verstehen, „dass es uns Ernst ist mit dem Schutz dieser Allee“, sagt Peter Hemmann, der Mitglied einer Bürgerinitiative ist, die sich den Erhalt der Allee auf die Fahnen geschrieben hat.

Eine Abstimmung der Bepflanzung mit der Stadt Cottbus sei nicht erfolgt, heißt es nun in dem vom Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen verfassten Schreiben, das am Mittwoch dem Unternehmer zugestellt worden ist. Mit Blick auf den geplanten Ausbau der Straße in diesem Bereich sei die Bepflanzung nicht zulässig. Hemmann, so die Forderung der Verwaltung, muss nun die Roteichen wieder ausgraben und die Bankette in den ursprünglichen Zustand bringen. Für die an dieser Stelle entfernten Eichen, die Hemmann ersetzen wollte, würden durch die Stadt an anderer Stelle Ausgleichspflanzen gesetzt. Die Stadt begrüße grundsätzlich die Initiative von Bürgern zur Begrünung beziehungsweise Baumpflanzung, heißt es in dem Schreiben. Dies könne jedoch nur an den von der Stadt Cottbus zugewiesenen Standorten erfolgen.

Für Peter Hemmann ist die von der Stadt angestrebte Verbreiterung des Kiekebuscher Weges „planerisch und technisch unnötig, provoziert eine unerwünschte Intensivierung des Straßenverkehrs und stellt eine Vergeudung öffentlicher Mittel dar“, so der Unternehmer.

sh

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Lausitzer Rundschau vom 15.04.2010 >> direkt zum Artikel

Erfolgsgeschichte am Cottbuser Stadtrand

Peter Hemmann an den zwei neuen Bäumen am Kiekebuscher Weg. (Foto: LR; Helbig)

Cottbus

Für dieses Foto knapst Peter Hemmann gern ein paar Minuten seiner kostbaren Zeit ab. Zwölf neue Bäume hat sein Unternehmen, die Software & Technologie Glas (STG) GmbH, vor wenigen Tagen auf dem Firmengelände und direkt an der Straße am Kiekebuscher Weg in Cottbus gepflanzt. Für den Firmenchef ist das mehr als ein symbolisches Zeichen.

Peter Hemmann an den zwei neuen Bäumen am Kiekebuscher Weg. (Foto: LR; Helbig)

„Habt Ehrfurcht vor dem Baum. Er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig.“ Der Spruch von Wilhelm Freiherr von Humboldt könnte von Peter Hemmann stammen. Seit Monaten kämpft der Unternehmer gegen den von der Stadt angekündigten Kahlschlag vor den Toren seiner Firma in Madlow. Zwischen Geschäftsreisen, Firmenjubiläum und Geburtstag widmet er sich diesem Schauplatz.

Ein wenig ist dieser Kampf auch Symbol für die Bodenständigkeit, die der Unternehmer bewahrt hat. Trotz einer Erfolgsgeschichte, die seit jetzt schon 20 Jahren am Stadtrand von Cottbus geschrieben wird.

Drei Studienfreunde hatten im Jahr 1990 eine Firma gegründet und sich fortan darum bemüht, die energetischen Vorgänge in Schmelzöfen der Glasindustrie zu optimieren. Heute macht das Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als vier Millionen Euro, beschäftigt 50 Mitarbeiter und hat die Krise „erstaunlich gut überstanden“, wie es Hemmann formuliert. Zwar seien die großen Industrieprojekte plötzlich vom Tisch verschwunden, auch die großen Aufbaustäbe gab es plötzlich nicht mehr.  „Doch man ist immer gut beraten, sich auf solche Situationen einzustellen“, sagt Hemmann.

Zum Beispiel mit dem Angebot, gerade in Krisenzeiten die Kosten massiv zu senken. Peter Hemmann erzählt die Geschichte einer Firma aus Großbritannien, die die Stickoxid-Emmissionen verringern wollte. 35 Prozent weniger seien das Ziel gewesen. Mit Cottbuser Know-how sei es in diesem Zug gelungen, den Energieverbrauch um sechs bis acht Prozent zu senken. „Das sind Einsparungen von mehr als einer halben Million Pfund im Jahr“, sagt Hemmann. Der Auftraggeber tanze noch heute auf dem Tisch, so der Cottbuser Firmenchef. Natürlich habe sich das Geschäft auch für seine Firma gelohnt, sagt Hemmann. „Doch mein Lebenstraum hat mit Inhalten zu tun, nicht mit Geld“, betont er. Deshalb hat er bisher auch alle Übernahmeangebote des amerikanischen Hauptkontrahenten abgewehrt. Die Firma sei nun einmal sein Kind. „Und wer würde schon sein Kind verkaufen?“, stellt Hemmann klar, dass er noch ein paar Jahre an der Erfolgsgeschichte am Cottbuser Stadtrand mitschreiben will.

Von Sven Hering

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Lausitzer Rundschau vom 04.01.2010 >> direkt zum Artikel

Rettungsversuch für Allee-Bäume zwischen Madlow nach Kiekebusch

Cottbus Die Stadt Cottbus hat sich beim geplanten Ausbau der L50 von Madlow nach Kiekebusch bisher noch nicht auf eine Variante festgelegt. Laut Marion Adam, Fachbereichsleiterin Grün- und Verkehrsflächen im Cottbuser Rathaus, werden derzeit verschiedene Varianten untersucht.

„Unser Problem besteht darin, eine Technologie zu finden, die den Erhalt der Bäume für die nächsten 30 Jahre sichern kann“, sagt Marion Adam. Durch die geplante Apshaltierung und Verbreiterung der Straße würden die Wurzeln der Bäume beeinträchtigt. Deshalb seien Untersuchungen über das Wurzelverhalten unter der Fahrbahn in Auftrag gegeben worden. „Unser Ziel muss es sein, eine Variante zu finden, mit der wir den Straßenzustand verbessern, zugleich aber die Bäume erhalten können“, sagt die Cottbuser Bau-Beigeordnete Marietta Tzschoppe (SPD). Zugleich sei die Stadt aber angehalten, eine sparsame Lösung zu finden, um die Beiträge der Anwohner, die sich am Ausbau finanziell beteiligen müssen, in Grenzen zu halten.

Die von der Stadtverwaltung untersuchten Varianten gehen von einem Kostenaufwand von 39 bis 57 Euro je Quadratmeter Straße aus. Je nach Aufwand sei auch die Haltbarkeit des Untergrundes unterschiedlich. Bei den Arbeiten müsste auch dem Hochwasserschutz Rechnung getragen werden, betont Marion Adam. So hätten sich einige Wurzeln bereits bis in den Dammbereich ausgebreitet.

Die in bisherigen Plänen vorgesehene Fällung von 130 Bäumen und die Anwohnerbeteiligung von zehn Prozent im Zuge der Grunderneuerung der Bahnhofstraße war erst unlängst während der Vorstellung des Verkehrskonzeptes im Rahmen einer Einwohnerversammlung auf breiten Widerstand gestoßen (die RUNDSCHAU berichtete). „Ein solches Vorgehen widerspricht der Brandenburger Alleenverordnung“, sagte Peter Hemmann. So viele Bäume einfach abzuholzen, sei nicht Stand der Technik, unnötig und rechtlich nicht vermittelbar, so Hemmann. Er plädierte dafür, den Rad- und Gehweg hinter den Bäumen zu bauen.

sh

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Lausitzer Rundschau vom 17.11.2009 >> direkt zum Artikel

Umweltausschuss verlangt Auskunft über Kiekebusch-Pläne

Cottbus In der nächsten Sitzung des Umweltausschusses sollen Verantwortliche der Cottbuser Stadtverwaltung über die Pläne für den Straßenausbau in Kiekebusch informieren. Dieser Forderung von Lothar Nagel (SPD/Grüne) haben sich die anderen Mitglieder während der jüngsten Sitzung angeschlossen.

„Leider erfahren wir viele Dinge eher aus der Zeitung als von der Verwaltung“, erklärte Nagel. Das Thema Kiekebusch gehöre nicht nur in den Bau-, sondern auch in den Umweltausschuss, weil es Pläne für das Abholzen von Alleebäumen gebe. Derzeit würden fünf Varianten geprüft, es sei ein offenes Verfahren, hatte Ausschussvorsitzende Karin Kühl (Linke) zuvor kurz informiert. „Mir blutet das Herz, wenn ich wegen einer 50 Zentimeter breiteren Straße Bäume fallen sehe“, meldete Nagel seine Bedenken an. „Wer mit dem Ballon mal über Cottbus fährt, der wird sehen, dass das Grün immer mehr abnimmt“, erklärte Nagel seine aktuellen Beobachtungen. Zwar seien an vielen Stellen in der Stadt junge Bäume nachgepflanzt worden. Diese könnten jetzt allerdings noch nicht den weggenommenen Altbestand kompensieren.

Anfang der 90er-Jahre habe er mit dem Kleinflugzeug von Neuhausen aus eine Tour über die Stadt gemacht, sagt Nagel. „Damals gab es noch bedeutend mehr Grün“, so das Fazit des Stadtverordneten.

sh

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Lausitzer Rundschau vom 12.11.2009 >> direkt zum Artikel

Bahnhofstraße dominiert Kiekebuscher Verkehrskonzept

Cottbus Der Durchgangsverkehr in Kiekebusch soll deutlich reduziert werden. So lautet das zentrale Anliegen des überarbeiteten Vorentwurfs für das Kiekebuscher Verkehrsentwicklungskonzept.

„Zugunsten von Fuß- und Radwegen sollen Straßen schmaler und damit für Autofahrer der Weg von Madlow nach Branitz oder andere Umfahrungsvarianten über Kiekebuscher Straßen unattraktiver werden“, erläuterte Projektant Martin Schüffler während einer Bürgerversammlung. „Einige Konzepte sollen gemeinsam mit Branitz umgesetzt werden.“ Die meisten Vorstellungen sind von den rund 60 Einwohnern wohlwollend zur Kenntnis genommen worden. Lediglich der Vorschlag, unter der Autobahnunterführung einen breiten Rad- und Gehweg anzulegen und dafür die Straße nur mit einer Spur für beide Richtungen und Warteampel zu führen, stieß auf Ablehnung.

Größter Streitpunkt vor Ort ist die geplante Grundsanierung der Bahnhofstraße als Teil der Verbindung Madlow-Kiekebusch-Kahren-Bundesstraße B 115 im Zuge der L 50. Doch diese stand wegen des laufenden Planfeststellungsverfahrens eigentlich nicht auf der Tagesordnung. Das Konzept mit einer Gesamtbreite zwischen 15,50 Metern und 13 Metern mit Rad- und Gehwegen sowie Grünanlagen fand keinen Befürworter. „Ein Geh- und ein Radweg reichen aus“, sagte Roland Sachse. Mehr sei nicht nötig. Norbert Schädel plädierte dafür, die vorgeschlagene Beleuchtung der Kirchbrücke zügig umzusetzen und diesen Übergang besser für Fußgänger und Radfahrer zu erschließen, dafür aber die Bahnhofstraße schmaler zu halten. Kahrener Radler nutzten die Brücke bereits, betonte er.

Die geplante Fällung von 130 Bäumen und die Anwohnerbeteiligung von zehn Prozent im Zuge der Grunderneuerung der Bahnhofstraße stießen auf breiten Widerstand.

„Ein solches Vorgehen widerspricht der Brandenburger Alleenverordnung“, sagte Peter Hemmann. „So viele Bäume einfach abzuholzen, ist nicht Stand der Technik, unnötig und rechtlich nicht vermittelbar.“ Peter Hemmann plädierte dafür, den Rad- und Gehweg hinter den Bäumen zu bauen. Der Ausbau der Bahnhofstraße widerspreche dem Konzept, den Durchgangsverkehr abzuschrecken.

Egbert Thiele, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, betonte, die L 50 werde noch für einige Zeit bis zum Ausbau der südlichen Cottbuser Ortsumgehung als Bedarfsumleitung für die Autobahn dienen und müsse entsprechend ausgebaut werden. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens werde derzeit nochmals die Straßenbreite überdacht. Einer Verlegung der Geh- und Radwege stehe die Stadt wegen erforderlicher Flächenankäufe skeptisch gegenüber.

Ronald Ufer

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Lausitzer Rundschau vom 25.7.2009 >> direkt zum Artikel

Bürger kämpfen um Allee am Kiekebuscher Weg

Dr.Peter Hemmann präsentiert die Alternativplanung zur Sanierung des Kiekebuscher Weges (Foto: LR; Helbig)

Cottbus

Der Eichen-Allee am Kiekebuscher Weg in Cottbus droht die Motorsäge. Grund: Pläne der Stadt für die vollständige Erneuerung und Verbreiterung der Straße. Anlieger machen in einem laufenden Planfeststellungsverfahren gegen das Vorhaben mobil. 160 Unterschriften gegen die Abholzung von zunächst 49 Bäumen sind gesammelt und eine Alternativplanung vorgestellt worden.

Dr.Peter Hemmann präsentiert die Alternativplanung zur Sanierung des Kiekebuscher Weges (Foto: LR; Helbig)

Dr. Peter Hemmann ist sauer: „Die Frage, ob Neubau oder Sanierung, wird bei der Stadt offenbar gar nicht gestellt.“ Er fürchtet, „dass im Oktober die Motorsägen kommen“. Der Geschäftsführer der Software & Technologie Glas GmbH Cottbus am Kiekebuscher Weg will das nicht hinnehmen, denn er findet: „Diese Pläne sind falsch.“ Und es gebe Alternativen, sagt er. Dafür sammelt er Unterschriften. Auf seinem Schreibtisch liegt ein Stapel Papier. Mehr als 160 verärgerte Bürger hätten bereits unterschrieben, so Hemmann.

Der Standpunkt der Stadt: Wegen der schlechten Bausubstanz müsse der Ausbau kurzfristig und von Grund auf neu erfolgen. Um einen für die Sicherheit der Radfahrer notwendigen Radweg an der Nordseite der Straße zu errichten, sei eine Breite von 6,50 Metern erforderlich, heißt es vom Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen. Damit fallen die Bäume.

Anlieger Marcus Teichmann hat eine Einwendung ans Landesamt für Bauen und Verkehr geschickt. Er sagt: „Das Vorhaben ist unnötig und Geldverschwendung.“ Denn die Planung sei überholt, so der Architekt. Durch die derzeit im Bau befindliche Umgehungsstraße werde der Verkehr auf der L 50 am Kiekebuscher Weg ab dem Jahr 2011 erheblich reduziert. Deshalb müsse über den Straßenausbau neu nachgedacht werden, so Teichmann.

Die Bäume könnten stehen bleiben, wenn die geplante Trasse für den Radweg hinter der Baumreihe und nicht direkt neben der Straße entlang führen würde, so Hemmann. Denn die Bäume seien in Schuss. Das erklärt Jörg Lohmann (39). Der Fachagrarwirt für Baumpflege hat die Eichen am Kiekebuscher Weg begutachtet. Sein Fazit: „Die können auf jeden Fall noch mehr als zehn Jahre stehen.“ Zudem schützten die Bäume am Beginn des Kiekebuscher Weges den dahinter liegenden Baumbestand, den er durch die Fällungen bedroht sieht. Auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ist gegen die Abholzung. BUND-Mitglied Helga Leber: „Es werden in Cottbus massiv Großbäume weggenommen. Das ist ein bisschen happig.“ Die Wirkung der Bäume werde unterschätzt. Helga Leber: „Sie sind wirklich enorm wichtig für das Stadtklima.“ Die Umweltschutzverbände BUND, NABU und Grüne Liga seien sich einig, „dass Alternativen zur Abholzung unbedingt zu prüfen seien“, so Leber.

Peter Hemmann wirft der Stadt indes vor, den Zustand der Allee zielgerichtet schlechter darzustellen, als er ist. Die Stadtverwaltung sammele gegen die Bürger Argumente, „um die Notwendigkeit einer einmal vorgefassten Zielstellung durchzusetzen“, so sein Vorwurf. Sie lehne die Alternativ-Planung ab.

Die Alternativen liegen auf Peter Hemmanns Tisch. Er bietet der Stadt zudem an, seinen Grund und Boden für den Bau des Radweges hinter der Allee-Reihe zu nutzen. Hemmann: „Die vorgeschlagene Wegführung für den Rad- und Gehweg nimmt einen Teil des Flurstücks 18 in Anspruch, dessen Eigentümer ich bin. Ich erkläre die Bereitschaft, die vorgeschlagene Wegführung zu unterstützen und mit zu tragen.“ Voraussetzung sei die Erhaltung der Allee.

Hemmann sagt: „Die Vorstellung, dass die Allee verschwindet, ist eine Horrorvorstellung.“

Von Jan Selmons

 

Redaktioneller Kommentar hierzu

Kommentar Jan Selmons zum LR-Artikel vom 25.7.09
Kommentar Jan Selmons zum LR-Artikel vom 25.7.09

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Lausitzer Rundschau vom 15.7.2009 >> direkt zum Artikel

Am Kiekebuscher Weg in Cottbus müssen Bäume weichen

Cottbus Für den geplanten Ausbau des Kiekebuscher Weges zwischen der Madlower Hauptstraße und dem Ortseingang Kiekebusch werden laut Stadtverwaltung einige Straßenbäume weichen müssen. Die Einspruchsfrist läuft am Mittwoch aus.

Der Grund: Die Landesstraße wird von derzeit durchschnittlich sechs Meter auf 6,50 Meter Breite erweitert. Nur noch bis heute können Einwände beim Landesamt für Bauen und Verkehr oder bei der Stadt Cottbus schriftlich eingereicht werden. Im September soll dann darüber im Rahmen eines Erörterungstermines beraten werden.

Die vorgeschriebenen landschaftspflegerischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollen entlang der Straße zwischen Kahren und Nutzberg vorgenommen werden.

sh

 

Zu diesem Artikel gibt es einen Kommentar, den Dr. Peter Hemmann am 17.07.09 an die LR gesandt hat:

 Kiekebuscher Weg - Irreführung der Öffentlichkeit

Ihr Beitrag zum Kiekebuscher Weg in der LR vom 15.07.2009 S.13

Die in Ihrem Beitrag wiedergegebene Darstellung der Stadtverwaltung dass „einige Straßenbäume weichen müssen“ ist in dieser Verharmlosung eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit und darf nicht ohne Richtigstellung bleiben.

Die Stadtverwaltung behauptet, „einige Straßenbäume müssen weichen“.

Wahr ist, dass mit dem Planfeststellungsverfahren der völlige Kahlschlag der geschützten Allee am Kiekebuscher Weg betrieben wird – das betrifft 50 Bäume in der ersten Etappe und noch mal über 80 Bäume in der Folgeetappe, gesamt also mehr als 130 Bäume.

Wahr ist, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt ist, obwohl das FFH-Gebiet Biotopverbund Spreeaue unmittelbar berührt wird. Diese Vorgehensweise ist ungesetzlich.

Im Planfeststellungsverfahren wird verschwiegen, dass mit der Inbetriebnahme der Ortsumgehung Cottbus ab 2012 und weiter ab 2015 das Verkehrsaufkommen am Kiekebuscher Weg um die Hälfte zurückgehen wird, so dass der geplante Straßenneubau mit Verbreiterung um 50cm gar nicht erforderlich ist sondern die Sanierung der bestehenden Straße den wirklichen Bedarf vollwertig deckt. Ich nenne das: Verschwendung öffentlicher Mittel.

Wahr ist schließlich, dass ein Vorschlag zur alternativen Routenführung des Rad- und Gehweges am Kiekebuscher Weg vorliegt, der den Bestand der Alleebäume nicht angreift und wesentlich nutzerfreundlicher neben den vorhandenen Bäumen und am Priorgraben entlang geführt wird. Die Firma STG als größter Anlieger hat angeboten, diesen Weg überwiegend auf eigenem Gelände in Privatinitiative zu errichten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Stadtverwaltung ignoriert diesen Vorschlag, um ihre eigene Planung nicht in Frage zu stellen.

Zu den Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens liegen mindestens 4 offizielle Einwendungen von Anliegern am Kiekebuscher Weg vor, dazu Unterschriftenlisten mit dem Widerspruch von 60 Betriebsangehörigen der Firma STG und nochmals über 100 Anliegern und Betroffenen bis zu Angehörigen der Kirchgemeinde.

Desinteresse der Öffentlichkeit sieht anders aus.

Noch höhere öffentliche Aufmerksamkeit wird erforderlich sein, um eine verantwortungslose Zerstörung der Umwelt zu verhindern. Ich hoffe sehr, dass die Lausitzer Rundschau hierzu angemessen beiträgt.

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Lausitzer Rundschau vom 11.5.2009 >> direkt zum Artikel

Verkehrspläne wecken Skepsis in Kiekebusch

Cottbus Gespalten zeigt sich der Cottbuser Ortsteil Kiekebusch im Streit um das Verkehrskonzept für die Stadt. So sagt Norbert Schädel vom Ortsbeirat: „In unserem Stadtteil muss keine Straße zwingend erneuert werden.

Es gebe andere Gegenden in Cottbus, wo dies dringender nötig sei. Allerdings stellt Schädel auch klar: „Es gibt Leute in Kiekebusch – wie Ortsbürgermeister Christian Seddig – die einen Ausbau unserer Bahnhofstraße befürworten würden.“

Der Riss durch Kiekebusch vollzieht sich auch anhand der Kostenfrage. Schädel befürchtet, dass ein Straßenausbau mit einem finanziellen Aufwand von ungefähr 6500 Euro pro Grundstück verbunden wäre. Diesem Vorhaben widerspreche ein Beschluss des Ortsbeirates, der feststellt: Ein Ausbau dürfe nur passieren, wenn er finanziell erträglich sei. „Und das wäre er in diesem Fall nicht“, sagt Schädel. Zudem gebe es in Kiekebusch keine tiefen Schlaglöcher. „Wir kommen mit dem derzeitigen Straßenzustand noch eine Weile zurecht, ein Ausbau würde nur den auswärtigen Fahrzeugen nutzen.“ Diese Position, so Schädel weiter, müssten die Einwohner auch deutlich gegenüber der Stadtverwaltung vertreten.


Zudem bestehe die Gefahr, dass die Stadt nach einem Ausbau der Kiekebuscher Bahnhofstraße den dritten Bauabschnitt der Ortsumgehung einsparen und in Kauf nehmen würde, dass der Fernverkehr durch den Ortsteil fließt. Deshalb plädiert Norbert Schädel für einen neuen Fußweg in Richtung Madlow, den auch Radfahrer nutzen könnten. „Dies wäre eine bezahlbare Alternative zum Straßenausbau“, erklärt der Ortsvertreter.

rw

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Lausitzer Rundschau vom 25.04.2009 >> direkt zum Artikel

Kiekebuscher fürchten Straßen-Ausbau

7500 Fahrzeuge nutzen nach Auskunft der Cottbuser Stadtverwaltung pro Tag die Kiekebuscher Hauptstraße – zu viele, wie die Einwohner finden. Sie befürworten die geplante Umgehungsstraße. Doch zugleich regt sich Widerstand gegen den Ausbau der Kiekebuscher Bahnhofstraße in Richtung Madlow, wie eine Einwohnerversammlung am Donnerstagabend offenbart hat.

So befürchtet Elke Hübsch aus Kiekebusch, dass die Einwohner ein erheblicher finanzieller Aufwand erwartet: „Wenn die Bahnhofstraße ausgebaut werden soll, gehört sicherlich auch ein Radweg und ein Fußweg dazu“, sagt sie. „Aber das sollte sich in Grenzen halten – und die Kosten dafür auch.“

Ursula Lehnigk, ebenfalls aus Kiekebusch, rechnet vor: „Wir haben kurz nach der Wende schon für die Straße nach Frauendorf und für die Abwasserleitungen 17 000 Mark bezahlt und für den Bürgersteig noch mal 4000 Euro, damit die Kinder sicher nach Kahren zur Schule kommen.“ Doch die Umstände hätten sich geändert: „Jetzt wurde diese wunderschöne Schule geschlossen, wo doch gerade erst die Turnhalle neu gemacht wurde, und die Kinder müssen nach Cottbus zur Schule oder ins Gymnasium.“

Der ansässige Schmiedemeister Thomas Thyrock zeigt sich ebenfalls zwiegespalten, wenn er über einen möglichen Ausbau der Kiekebuscher Bahnhofstraße spricht: „Ich leite einen Betrieb und habe Lehrlinge, die mitunter noch kein Auto fahren und Probleme haben, hierher zu kommen.“ So solle zwar an die Fußgänger und Radfahrer gedacht werden, für die es bislang keine ordentlichen Verbindungswege gebe. „Es muss ein Weg her – aber der muss für alle bezahlbar bleiben.“

Ähnlich äußert sich Georg Simonek, Mitglied im Ortsbeirat: „Dass der Ausbau der Bahnhofstraße mit Geh- und Radweg bei den direkten Anwohnern der Straße nicht auf Gegenliebe stößt, ist klar.“ Es bestünden aber auch noch offene Fragen. „So besteht die Gefahr, dass wir uns bis zur Fertigstellung der geplanten Ortsumgehungsstraße, und das soll ja dann auch erst vier oder fünf Jahre später geschehen, den gesamten Fernverkehr aus dem Norden aufladen.“

Unterdessen bekräftigt Hansgeorg Koitzsch, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung in Cottbus: „Der Bau der Ortsumgehung ist trotz eines aktuellen Rechtsstreits weiterhin beabsichtigt.“ Allerdings sei der Beginn der Bauarbeiten frühestens in vier bis fünf Jahren vorgesehen. „Wir wissen, dass es nach wie vor diesen Schleichverkehr durch Branitz und Kiekebusch gibt.“ Allerdings sehen die aktuellen Pläne für die Bahnhofstraße nach seinen Worten vor, „dass die Bevölkerung mit uns gemeinsam über die Ausbaubreite berät“. Schließlich bestehe derzeit eine überaus problematische Verbindung in die benachbarten Ortsteile – weshalb die Stadt auch die Taktzeiten des Personennahverkehrs prüfen werde.

Von Suzi Kleemann und René Wappler

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Lausitzer Rundschau vom 13.03.2009 >> direkt zum Artikel

Kiekebuscher protestieren gegen Straßen-Ausbau

Cottbus Anwohner der Bahnhofstraße im Cottbuser Stadtteil Kiekebusch sind entsetzt: Der Blick in erste Details des geplanten Ausbaus der Landstraße 50 ist ein Schock gewesen. „Das ist alles eine Nummer zu groß“, sagt Georg Simonek.

Der Fußweg soll den Planungen zufolge mindestens 2,50 Meter breit werden, erzählt der Anwohner. Grundsätzlich, so versichert der Kiekebuscher Zahnarzt, habe er nichts gegen den sinnvollen Straßenausbau. „Die Art und Weise, wie der hier jedoch geschehen soll, bereitet mir Bauchschmerzen“, sagt er. Er verstehe nicht, dass alle 68 Bäume am Straßenrand verschwinden sollen. „Damit geht der Charakter unseres Ortes mit seiner Allee verloren“, erklärt er.

Für Schulkinder gefordert

Im Jahr 2000 hatte eine Bürgerinitiative den Ausbau der Kiekebuscher Landstraße gefordert, weil vor allem Schulkinder an der viel befahrenen Verkehrsader ohne Geh- und Radwege gefährdet waren (RUNDSCHAU berichtete). „Seitdem die Schule in Kahren geschlossen wurde, sind aber keine Kinder mehr mit dem Fahrrad zwischen Kiekebusch und Kahren unterwegs“, erklärt Simonek. Deshalb solle der Bauplan in einem vernünftigen Rahmen bleiben, sagte er.  „Schließlich müssen wir das ja auch bezahlen.“ Das bestätigt Ortsvorsteher Christian Seddig. „20 Prozent der Kosten tragen die Anwohner, 80 Prozent die Stadt“, erzählt er.


Unerträglich sei deshalb der Gedanke an den Straßenausbau für die Bewohner eines Doppelhauses. „Von unserem Grundstück sollen sogar zwei Meter für die Straße einbezogen werden“, berichtet Bärbel Obschat. Auf einem Plan habe sie gesehen, dass neben dem Geh- und Radweg noch ein Graben entstehen solle. Dieser sei notwendig, so der Ortsvorsteher von Kiekebusch, Christian Seddig. Da keine Entwässerung der Straße über Einläufe in einen Regenwasserkanal erfolge, sei der Graben die Alternative. Den Informationen, die die Bürger unter Ausschluss der Öffentlichkeit vom Stadtplanungsamt erhalten hätten, liegt laut Seddig nur „eine Vorplanung des Projektes“ zugrunde.  Ausgeführt werden solle der Ausbau nach Angaben der Stadtverwaltung in den Jahren 2010 bis 2012.

Beitrag für Sicherheit Der Ortsvorsteher sagt, er sehe in dem Straßenausbau mit Geh- und Radwegen einen Beitrag für mehr Sicherheit besonders der älteren Bürger des Ortes. „Viele von ihnen fahren nicht mehr mit dem Auto“, erklärt er. Ein gefahrloses Laufen entlang der Landstraße sei wegen des Verkehrs kaum möglich. „Deshalb ist es eine gute Sache, wenn Geh- und Radwege geschaffen werden“, schätzt Seddig ein. Die Anwohner, die laut Stadtsatzung zur Kasse gebeten werden, sehen das anders: Klaus Dubrau sagt, er könne sich nicht vorstellen, wie die Straße vor seinem Haus breiter werden solle. „Hier ist die schmalste Stelle“, erklärt er. Dass er aus seiner Tasche Anliegerbeiträge bezahlen solle, sei nicht einzusehen. „Der Ausbau erfolgt doch wegen der Bundesautobahn“, stellt er fest. „Da soll der Bund auch die Kosten übernehmen.“

Von Adelheid Floß

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Lausitzer Rundschau vom 15.07.2008 >> direkt zum Artikel

Mühlgraben-Brücke in Cottbus eingeweiht

Cottbus. Seit einer Woche rollt der Verkehr bereits, gestern ist die Brücke über den Mühlgraben zwischen Madlow und Kiekebusch offiziell eingeweiht worden: In sieben Monaten Bauzeit und für 600 000 Euro ist die Brücke von Grund auf saniert worden.

450 000 Euro davon seien vom Land gekommen, den Rest habe die Stadt bezahlt. «Ohne diesen Zuschuss wäre die Sanierung nicht möglich gewesen» , betonte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD). Die L 50 wird abschnittsweise saniert und gleichzeitig für Radfahrer sicherer gemacht. Das sei auch für den Tourismus wichtig, so Szymanski.
Die L 50 ist die schnellste Verbindung von der Cottbuser Südstadt in die östlichen Stadtteile. Das Brückenbauwerk sei nicht nur baufällig gewesen, sondern habe auch Sicherheitsanforderungen nicht entsprochen. Daher sind auf der südlichen Brückenseite Gehweg und Aufprallschutz und gegenüber ein kombinierter Rad- und Gehweg gebaut worden. «Durch die Verbreiterung der Brücke ist das gefährliche Nadelöhr entschärft und Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger geschaffen worden» , so Tino Puschmann, Teamleiter Brücken und konstruktiver Ingenieurbau in der Stadtverwaltung.
Ortsbürgermeister Christian Seddig (AUB) freute sich über die sanierte Brücke, blickte aber schon weiter: Denn der nächste Bauabschnitt sei bereits in Sicht. Ab dem Jahr 2010 soll die Verbindungsstraße von Madlow über Kiekebusch bis nach Kahren saniert und mit Radwegen ausgebaut werden. Die Stadt müsse dafür teilweise Flächen ankaufen, so Marion Adam, Fachbereichsleiterin Grün- und Verkehrsflächen. Anwohner des ersten Teilabschnitts seien bereits über das Vorhaben informiert worden.  (SvD)

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